Neue Zeiten – neue Gewohnheiten

Neue Zeiten – neue Gewohnheiten

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von Petra Volk

Kurz vor dem Shutdown, gerade noch rechtzeigt vor der Schließung der Bibliotheken war ich in der Bücherei und habe mir ca. 50 Bücher ausgeliehen. Lesen gehört zu meinen liebsten Freizeitbeschäftigungen, am liebsten lese ich Sachbücher. Und da ich seit 1993 keinen Fernseher mehr habe, habe ich reichlich Zeit zum Lesen. Besonders viele Bücher hatte ich zu den Themen „Nachhaltigkeit“ und „Klimawandel“ ausgeliehen, denn 2021 wollen wir im Kulturtreff diese Themen auf die Agenda setzen.

Normalerweise sind meine Tage durch meine Vollzeitbeschäftigung gut ausgefüllt, ich habe oft abends Termine im Kulturtreff und bin viel am Wochenende vor Ort.

Die Abendtermine fallen aktuell weg und auch am Wochenende gibt es keinen Grund in den Kulturtreff zu kommen. Das ergibt Zeit – Zeit für Neues. Viele Bücher zum Thema „Nachhaltigkeit“ beschäftigen sich mit der Frage, was jeder Mensch persönlich durch eine Veränderung des Lebensstils und der Gewohnheiten zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen kann.

Eine Gewohnheit zu ändern, dauert in der Regel 28 Tage. Wenn man eine Sache 28 Tage lang gemacht (oder gelassen) hat, dann hat man sich daran gewöhnt und es gehört zum normalen Verhaltensrepertoire.

Da ich im Moment genug Zeit und Ruhe habe, neue Gewohnheiten anzunehmen, werde ich jetzt klimafreundlicher – und zwar Schritt für Schritt. Man soll sich nie zu viel auf einmal vornehmen – dann ist die Gefahr zu groß, dass man scheitert.

Mein erstes selbstgestecktes Ziel ist Müllvermeidung, besonders Plastikmüllvermeidung. Die Landeshauptstadt Hannover hat unter dem Motto „HOP – Hannover ohne Plastik“ eine tolle Initiative zu diesem Thema gestartet. Da wollte ich mitmachen.

Angefangen habe ich im Badezimmer. Man soll ja langsam anfangen. Hier stehen allerhand Dinge herum, die in Plastikflaschen verpackt sind: Shampoo, Haarspülung, Haarkur, Handcreme, Bodylotion, Duschgel, Badezusatz, Deoroller. Hinzu kommt der Seifenspender. Alles Plastikverpackungen, die regelmäßig meinen gelben Sack füllen.

Alternativen? Gibt es reichlich.

Heute stelle ich verpackungsfreie Alternativen zum Haarewaschen vor.

Zuerst habe ich die Do-it-yourself-Variante ausprobiert:

3 Esslöffel Roggenmehl mit kaltem Wasser ansetzen, bis ein dünn- bis mittelflüssiger Brei entstanden ist. 15 Min. quellen lassen.

Dann Haare anfeuchten und den Haaransatz mit dem Brei waschen, wie mit einem Shampoo. Einige Minuten einwirken lassen, ausspülen, fertig. Funktioniert gut!

Als Conditionerersatz kann man 1 – 2 Esslöffel naturtrüben Apfelessig mit 1 l kaltem Wasser in eine Glasflasche füllen und damit die ausgewaschenen Haare übergießen. Das schließt die Schuppenschicht der Haare und lässt sie wunderbar glänzen.

Damit hat man dann schon die zweite Plastikflasche im Badezimmer eingespart.

Aber das mit dem Shampoo geht auch einfacher!

Meine Lösung heißt: Haarseife. Die gibt es (unverpackt oder in Papier verpackt) im Drogeriemarkt meines Vertrauens oder im Internet, hergestellt aus hochwertigen natürlichen Zutaten, herrlich schäumend und leicht zu handhaben.

Da hatte ich mich schon nach wenigen Tagen dran gewöhnt und konnte mich gleich meinem nächsten Mülleinspar-Projekt im Badezimmer zuwenden. Davon berichte ich in der nächsten Woche.